Rendite in Hurghada: Wie man Ferienwohnungen realistisch rechnet
Viele Käufer hören hohe Renditeversprechen. Entscheidend ist nicht die Bruttomiete, sondern was nach Leerstand, Kosten, Einrichtung und Verwaltung übrig bleibt.
Rendite ist eines der meistgesuchten Themen bei Immobilien in Hurghada. Das ist verständlich: Die Kaufpreise wirken im internationalen Vergleich attraktiv, die Stadt hat Tourismus, Sonne und eine lange Saison. Aber genau deshalb werden Renditen manchmal zu einfach dargestellt.
Wenn jemand nur sagt: „Diese Wohnung kann viel Miete bringen“, reicht mir das nicht. Eine seriöse Rechnung beginnt mit der Frage, wie viele Wochen oder Monate realistisch vermietet werden können. Danach kommen Plattformgebühren, Reinigung, Wäsche, kleinere Reparaturen, Internet, Strom, Wasser, Klimaanlagen, Wartungsgebühren und Verwaltung.
Kurzzeitvermietung kann mehr Einnahmen bringen, ist aber auch arbeitsintensiver. Gäste erwarten schnelle Antworten, saubere Bettwäsche, funktionierendes WLAN und jemanden vor Ort, wenn etwas kaputtgeht. Langzeitvermietung bringt oft weniger pro Nacht, dafür mehr Ruhe und planbarere Abläufe.
Wichtig ist auch die Lage. Eine Wohnung mit Strandnähe, Pool, guter Möblierung und einfacher Erreichbarkeit lässt sich meist besser präsentieren als eine günstige Wohnung ohne klares Nutzungskonzept. Fotos, Ausstattung und Verwaltung entscheiden oft genauso stark wie Quadratmeter und Kaufpreis.
Ich rechne lieber konservativ. Wenn eine Immobilie auch bei vorsichtiger Auslastung, realen Kosten und notwendiger Rücklage noch sinnvoll ist, dann wird sie interessant. Wenn sie nur bei perfekter Auslastung funktioniert, ist sie riskanter, als sie aussieht.
Mein Rat: Kaufen Sie keine Renditeversprechen. Kaufen Sie eine Immobilie, die Lage, Preis, Dokumente und Nutzung sauber verbindet. Dann kann Vermietung ein guter Baustein sein – aber sie ist kein Automat, der ohne Arbeit Geld produziert.
